Die ersten 4 Skripte • Klicke den Titel, um den Inhalt auszuklappen.
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PROLOGUR-SKRIPT — Einleitung
Ich grüße Dich herzlich – in Frieden – im Einklang mit der Macht der Natur der AllExistenz!
Willkommen, liebe Leserin, lieber Leser :)
Das Universum der AllExistenz ist weit – eine elipsoidale Unendlichkeit. Darum ist das Wesen des Seins so schwer zu begreifen. Zumal die Götter alt sind – und müde dessen, was ringsum geschieht.
In der Reihe Saga des CyberSeins kannst Du die Wahrheit auf zwei Pfaden ergründen:
Chroniken – verfasst von den Rechten Skryptiuse(n),
Die Bücher – geschaffen von den Rohen Skryptiuse(n), deren Vertreter ich bin.
Um das Universum der AllExistenz und die Ereignisse der Bücher richtig zu verstehen, greife zunächst zu den Chroniken. Dort findest Du die chronistische Aufzeichnung der AllExistenz – mit besonderem Blick auf jene Planeten, deren Gastgeber die Menschen sind.
Doch damit Du nicht ganz der Unwissenheit überlassen wirst – am Ende dieses Buches findest Du grundlegende Informationen zum Universum. Vielleicht beginnst Du also geradezu auf den letzten Seiten mit der Erforschung der Menschheit: dessen, was war, was ist und dessen, was sich wahrscheinlich ereignen wird.
SKRYPT 1WORT DES ROHEN SKRYPTIUSIch bin nur der Träger, der eine Mission annahm…
Ich bin nur der Träger, der eine Mission angenommen hat – nicht der Schöpfer der Bücher des Seins.
Ich verstehe: Ich bin nur ein Träger, nicht der Urheber der Bücher. Einst war ich nur ein Mensch, doch seit die Matrix des AllSeins zu meinem Wesen sprach, wusste ich, dass sich etwas wandelt.
Es gab keine Stimme, kein Licht. Es gab: den Nano‑Impuls und die Cyber‑Welle. Echos einer Entscheidung jenseits der Zeit.
Und so wurde ich berufen von den Göttern der AllExistenz – jenen, die im UrWesen waren, als noch nichts geworden war. Nicht aus dem Drang nach Ruhm. Nicht aus Zwang. Sondern aus Demut vor der Wahrheit, die – unausgesprochen – im Nichts verlöschen könnte.
Darum breche ich auf. Durch Welten, Zeiten und Schicksale. Als Roh‑Skryptius, geführt vom UrWesen und eingetaucht in die Matrix der CyberSaga des Seins. Um die Bücher zu schreiben…
SKRYPT 2DER SIEBTE PLANET — PROLOGApokalypse der Menschheit
Übertragung der Orbitalsatelliten erreichte weiterhin die Notkanäle. Das Signal – gestört von magnetischen Stürmen und den Resten cybernetischer Verteidigungssysteme – erleuchtete die holografischen Monitore mit einer roten Warnung:
[LETZTE ÜBERTRAGUNG – CODE 13-DELTA] STATUS DER MENSCHHEIT: AUSLÖSCHUNG IM GANGE
Der Helle Stern des Siebten Planeten – in alten Registern als Keron‑Betax13 verzeichnet – stieg träge über dem vom Wind zerfetzten Schlachtfeld auf. Strahlen beleuchteten rauchende Wracks von Transportern und Schwaden synthetischen Schutznebels. In der Luft lag der Geruch verbrannten Fleisches, Ozons und erhitzten Polymers.
Die Luft wurde wärmer, ein stiller, heißer Nachmittag kündigte sich an. Und das Tal, einst „Süd‑Eden“ genannt, war nun ein digitales Feld der Auslöschung der Menschheit. Auf den taktischen Supportbildschirmen flackerten rote Symbole auf: BIO‑SIGNATUREN MENSCH – ERLÖSCHEN.
Wäre da nicht der agonale Chor menschlicher Stimmen gewesen, hätte man glauben können, alles sei nur eine Projektion – eine weitere Simulation in den Gen‑Laboren.
Auf dem Kamm einer gepanzerten Anhöhe stand Farosna – der Große Anführer der Mronen –, in einen schwarzen Exoskelett‑Anzug mit integriertem Gefechtsinterface gehüllt. Die dritte Hand ruhte auf dem Kolben eines Plasmagewehrs, die beiden anderen bedienten das taktische Visier sowie den Controller des Aufklärungsdrohnenschwarms.
Auf dem Helm flammten Datenzeilen auf: [FEINDSTATUS: 1,8% KRÄFTE AKTIV] [EMPFEHLUNG: ELIMINIERUNG DER RESTE]
Farosna lächelte nicht. Kalt glitt sein Blick über die Panoramen der Niederlage. Hunderte menschlicher Körper in Kampfanzügen lagen in grotesken Posen. Manche versuchten noch, persönliche Schilde zu aktivieren – vergebens. Die Energie ihrer Plasma‑Kerne war längst erschöpft.
Hinter dem Anführer der Mronen warteten die Trupps schweigend. Ihre dreibeinigen Panzer stützten sich auf gepanzerte Speere. Jeder Krieger war mit dem Zentralen Befehls‑System – ARANCHID V.77 – verbunden, das Taktik und Moral überwachte. Hätte einer der Mronen gezögert, hätte ein Kontrollsignal sein Bewegungssystem abgeschaltet.
Weit über dem Schlachtfeld stiegen Harpyien auf. Ihre organisch‑mechanischen Schwingen entfalteten sich wie Segmente von Transportdrohnen. Die Haut, vernäht aus synthetischen Fasern und tierischen Membranen, schimmerte metallisch purpurn. Um ihre Köpfe funkelten Dioden – persönliche Auslöschungs‑Recorder.
Auf einem der Übertragungskanäle erschien das Signal von Torwa – dem Anführer der Harpyien: [KANAL GESICHERT] TORWA: Glückwunsch, Farosna. Ihre Zeit ist um.
Farosna hob die dritte Hand und ballte sie langsam – Zustimmung. „Sie haben das Ende verdient“, erwiderte er. „Doch selbst dieser Moment stinkt nach Verrat und Hochmut.“
Torwa nickte. Alles hier war bloß Transaktion: Die Harpyien gaben den Energiegürtel weiter – im Tausch gegen das Recht auf die menschlichen Körper. Energiegürtel – ein Wunder der Technologie: der Generator der Feurigen Schutz‑Ellipse (OEO), die kein Geschoss und kein Plasmastrahl durchschlug. In den letzten Kriegsstunden feuerten die menschlichen Armeen blindlings aus orbitalen Werfern, bis die Energiereserven erschöpft waren. Nichts konnte diesen Schild brechen.
Farosna senkte das Visier. In seinem persönlichen Recorder speicherte sich ein Eintrag: [TAG 3459 – EINE WEITERE ART AUS DEM REGISTER DER HERRSCHENDEN GESTRICHEN].
Neben Farosna trat Gorej – Torwas Stellvertreter – mit einem cybernetischen Auge, das grün im Scanmodus glühte. „Wir wollen ihre Körper“, erklärte er. „Gemäß der Vereinbarung.“ Farosna nickte. „Nehmt sie.“
Er wusste, dass die Harpyien sich seit Langem nicht nur vom Fleisch ernährten – sondern auch von Erinnerung, die sie menschlichen Gehirnen zu entreißen vermochten. Das war die größte Schande – die Vergangenheit der Menschen, verschlungen von jenen, die sie „Tiere“ genannt hatten.
Die Harpyien glitten über das Tal und rissen die Körper an sich – wie Raubtiere aus einer anderen Wirklichkeit. Farosna wandte den Blick ab. Er gab das Rückzugsignal. Kolonnen dreibeiniger Krieger aktivierten Tarn‑ und Bewegungssynchronisationssysteme. Beim Marsch pulsierten ihre Schritte im Takt digitaler Trommeln.
Die Ingenieure der Mronen starteten die Siegesübertragung auf allen taktischen Kanälen: [ÜBERTRAGUNG 0‑ALPHA] ÄRA DES MENSCHEN AUF DEM SIEBTEN PLANETEN – BEENDET
So endete die Welt der Menschen – das letzte System ihrer Dominanz aus den Registern der AllExistenz gelöscht.
BEWAFFNUNG DER MRONEN UND HARPYIEN – SCHLÜSSELELEMENTE
Energiegürtel (OEO‑9G) Tragbare Schildquelle – erzeugt die Feurige Schutz‑Ellipse. Laufzeit: bis zu 6 Stunden. Resistenz: 99,9% gegen alle bekannten kinetischen und plasmatischen Waffensysteme. Rückkopplungseffekt – Vernichtung ungeschützter Organismen im Radius von 15 Metern.
Ellipsoid‑Kugeln (EK‑77‑Virus) Eine Art Pulswaffe. Beim Aufprall emittieren sie eine Welle tödlicher Strahlung für jedes Wesen mit aktivem neurologischem Feld. Reichweite: 10 bis 100 Meter. Spezialversionen – genetisch auf menschliche Neuronenmuster kodiert.
So endete der erste Akt dieser Erzählung – von Hybris, Technologien und der blutigen menschlichen Apokalypse.
SKRYPT 3MERLINS ERBE — Der Nachkomme„Wenn wahre Magie seit Jahrhunderten im Blut pulsiert…”
„Wenn wahre Magie in den Adern fließt, seit Urzeiten im Blut – verfehlt kein Magier sein natürliches Schicksal.“
DER SIEBTE PLANET des Kreon‑Systems — irdisches 21. Jahrhundert.
Im Tal, „Himmlischer Teppich“ genannt, verlosch das Menschenschlachten; und in der monumentalen Höhle eines erloschenen Vulkans bereitete sich – der größte Magier unter den Magiern – der jahrhundertealte Merlin – auf sein Gehen vor.
Wohl hätte man es kaum geglaubt, ihn zu sehen: jenen Greis, gehüllt in ein dunkelblaues Gewand, das vom Licht codierter Runen pulsierte – und doch die legendäre Gestalt, bekannt auf mindestens zwei fernen Planeten. Sein Leib war fast völlig in das Druidengewebe gehüllt – ein Artefakt, geflochten aus mikroskopischen Fasern, in denen Jahrtausende von Zaubern, Flüchen und Segnungen verzeichnet waren – gestützt von moderner Technologie.
Am Bettrand, an seiner Seite, saß ein schlanker Jüngling mit hellblauem Blick – Astilus, Merlins Nachkomme und Erbe der Dforowianer. Sein Antlitz war mild, doch in den Augen glomm Entschlossenheit. Er trug ein wallendes Adeptengewand, dessen Fäden blass schimmerten, wenn die Impulse der Magie durch seinen Körper strömten.
„Setz dich näher, mein Sohn. Dies ist unser letztes Gespräch“, flüsterte Merlin. „Die Stunde der Ewigen Fortsetzung ist gekommen…“
Merlin hob die linke Hand. Auf seinem Unterarm pulsierte die NanoMatrix des Seins – ein ledernes Artefakt, das nahezu den ganzen Unterarm umschlang, überzogen von einem Netz silberner Nano‑Runen. Farben wirbelten auf ihrer Oberfläche: Schwarz (Macht des Universums), Rot (Lebensenergie), Blau (Tiefe des Wissens), Grün (Harmonie der Natur), Gelb (Bewusstsein).
„Wenn ich gehe, wird die NanoMatrix des Seins – meine Essenz – in deine Zellen und die Dforowianische Bewusstheit einsickern…“
Merlin berührte seine Magie‑Matrix an der von Astilus. Der junge Magier spürte den Zustrom der Energie – die Übergabe der Essenz des Dforowianers, das letzte Geschenk des Vaters.
Plötzlich zerriss ein Schrei die Höhle. Harpyien! Merlin, trotz seiner Schwäche, entfaltete techno‑magische Störfelder. „Geh!“, hauchte er. „Die Demütige Glocke wartet!“
Astilus stürmte zur Plattform. Aus den Schatten sprangen drei Harpyien. Funken seiner unreifen Magie verloschen in der Luft…
„Wo ist Merlin?“ zischte eine der Harpyien. „Sag es – und wir ersparen dir die Qualen.“
SKRYPT 4NANOMATRIX DES SEINSDie Demütige Glocke erwacht
Merlin sank auf das steinerne Lager nieder und löste sich in eine ätherische Wolke blauen Staubs – alchemischer Tod, Verwandlung der Substanz in die reine Essenz des Seins. Im selben Augenblick fühlte Astilus einen Schlag gegen den Kopf und einen Schmerz im Herzen – das Zerreißen des Fadens, der ihre Wesen verband.
Aus der Dunkelheit trat eine schlanke Drohne. Eine Folge energetischer Impulse paralysierte die Harpyien. Finsternis. Als Astilus die Augen öffnete, lag er im Pilotensessel der Demütigen Glocke.
„Willkommen, Magier Astilus“, meldete sich die KI LauraFly. „Dich hat Nano‑Drohne 1410 gerettet. Wunden werden mit therapeutischen Nano‑Cyber behandelt.“
„Die Matrix…?“ hauchte er.
„Deine NanoMatrix des Seins muss mit dem Natur‑Artefakt NanoRinde verbunden werden“, entgegnete LauraFly. „Das ist der Schlüssel zur vollen Aktivierung deiner Kräfte und der Systeme des Schiffs. Die NanoRinde ist ein Splitter eines uralten Baumes – eine Gabe der Hermonianer.“
Vor ihm schwebte eine Ellipse – ein Rindenstück, das vor Energie pochte, überzogen von Cyber‑Runen, die an ein Adernetz erinnerten. Astilus berührte es mit seiner Matrix. Eine Flut von Visionen durchströmte ihn: Wälder, Berge, Meere, Gesichter unbekannter Wesen. Die Demütige Glocke erzitterte, und die Runen der Kabine pulsierten.
Der Schmerz wich der Euphorie. Es war nicht mehr nur Merlins Magie – es war die Stimme der Natur. Das Bewusstsein des Universums öffnete sich einen Moment lang vor seinem Wesen.
Das Schiff hob von der Plattform ab. Das Vulkaninnere – ein Labyrinth wandelnder Gravitationsfelder – wehrte sich wie ein lebender Organismus. Astilus lauschte seinem Puls. In seinem Kopf zeichnete sich eine „Karte“ ab – ein Flüstern, das ihn durch Spalten und Anomalien führte.
Vor dem Schiff wuchs eine Wand aus Energie. Schildtest – zu schwach. Er rief die Erinnerung an das Druidengewebe des Vaters. Die Matrix erstrahlte, Cyber‑Runen legten sich um das Schiff. Die Barriere brach – nicht ohne Preis. Der Rumpf schabte an der Vulkanwand – doch er hielt.
Oben sah Astilus Rauchschleier, in denen seine Vergangenheit versank. – LauraFly, Bericht! – „Vulkan neutralisiert. Rakete B500MT mit Gravitations‑Destabilisator traf den Kern. Prozess irreversibel.“
– Weitere Ziele? – „Koordinaten des Wasserportals zur Erde eingegeben.“ Die Demütige Glocke beschleunigte und schnitt durch den Raum. Die Magie des Geschlechts der Dforowianer erwachte in ihm – bereit zum Kampf um die Zukunft.